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In eigener Sache – Auf Einladung durch Pfarrer Stefan-B. Eirich sind der Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Mittlerer Kahlgrund, der Ortsausschuss Mömbris, die Kirchenverwaltung Mömbris und die Kirchenpfleger der anderen sieben Kirchenverwaltungen der Pfarreiengemeinschaft zusammengekommen, um über eine Zwischenlösung für das Pfarrhaus Mömbris zu beraten.

Ausgangspunkt: Das Pfarrhaus Mömbris ist aufgrund der Bauschäden an den Decken bis zu einer Sanierung nicht zu nutzen. Kurzfristig wurde das Pfarrbüro einschließlich der Büroräume für Verwaltungsleiter Gerhart und Pastoralreferentin Krömker ins Pfarrzentrum nach Schimborn ausgelagert. Eine umfassende Sanierung des Pfarrhauses wird von der Diözese Würzburg erst dann unterstützt, wenn klar ist, welche Bedeutung Mömbris und damit auch dem Pfarrhaus in einer neugeordneten Struktur der Diözese zukommt. Erst dann können die Funktionen, die dieses Pfarrhaus erfüllen soll, definiert und bei der Planung ensprechend berücksichtigt werden. Das hat zur Folge, dass eine Übergangszeit von geschätzt 2-4 Jahren entsteht, bis das Pfarrhaus Mömbris wieder als Pfarrhaus, Pfarrbüro, Haus für kirchliche Dienste genutzt werden kann.

Ziel des Hearings war es, die Überlegungen und Meinungen derer zu hören, die in Gremien der Pfarrei Mömbris und der PG Mittlerer Kahlgrund Verantwortung tragen. Die Frage war: „Was muss bei der Entscheidung für eine Zwischenlösung bedacht werden?" Ins Auge gefasst wurden drei Lösungen: - Lösung 1: Das Pfarrbüro (einschl. pastoraler Mitarbeiter, Verwaltungsleiter) bleibt im Pfarrzentrum Schimborn. - Lösung 2: Allein für die Pfarrsekretärin wird ein kleines Büro in Mömbris Ortsmitte angemietet. - Lösung 3: Die Verantwortlichen sollen sich darum bemühen, für alle kirchlichen Dienste, die bisher im Pfarrhaus waren, Räume in der Ortsmitte von Mömbris anzumieten.

Folgenden Überlegungen, die bei der Entscheidung für eine Zwischenlösung berücksichtigt werden sollten, äußerten die Anwesenden:

  • Seitdem das Pfarrbüro Mömbris in Schimborn ist - immerhin schon seit dem 16. Mai - gibt es nicht nur einen Rückgang bei den BesucherInnen des Pfarrbüros, sondern einen krassen Abbruch.Die Präsenzzeiten der Pfarrsekretärin im Keglerstübchen des Ivo-Zeiger-Hauses werden ebenfalls kaum angenommen. Es kommen fast nur Menschen, mit denen die Abholung oder das Bringen von Schriftstücken zuvor telefonisch vereinbart wurde. Telefonisch und per Mail wird das Pfarrbüro im gewohnten Umfang kontaktiert.
  • Wenn die Nutzung des Pfarrbüros als Kontaktmöglichkeit zu „Kirche" mal abgerissen ist, ist sie abgerissen. Das Pfarrbüro muss niederschwellig erreichbar sein. Kirche darf nicht aus dem Blick verschwinden.
  • Das Mömbriser Pfarrhaus ist nicht nur das Pfarrhaus für Mömbris, sondern zugleich Anlaufstelle der gesamten Pfarreiengemeinschaft sowohl für Verwaltungsangelegenheiten als auch für die Seelsorge. Mömbris ist der Mittelpunkt der Pfarreiengemeinschaft.
  • Es muss mit Nachdruck bei allen Entscheidungen der Diözese auf die Bedeutung von Mömbris hingewiesen werden. Wenn Mömbris vier Jahre nicht im Fokus steht, weil das Pfarrbüro in allen Funktionen in Schimborn ist, ist es raus. Die Auslagerung des Pfarrbüros ist auch ein emotionales Problem für die Mömbriser: Pfarrer, Pfarrbüro, alles weg.
  • Präsenz von Kirche zeigt sich auch dadurch, dass man im Zentrum von Mömbris greifbar ist. In Mömbris wird alles erledigt: Apotheke/Sparkasse/Pfarrbüro...Mömbris ist mit Abstand die größte Ortschaft, und hier ist auch das politische Zentrum der Gemeinde.
  • Das Pfarrzentrum in Schimborn liegt abgelegener und nicht an der Hauptstraße.
  • Näher bei den Menschen zu sein ist wichtiger als allein eine technisch-funktionale Lösung im Hinblick auf das Pfarrbüro.
  • Ansprechbarkeit und klare Präsenz sind wichtig. Öffnungszeiten etc. dürfen nicht kompliziert sein.
  • Eine Lösung, nur ein einzelnes Büro für die Pfarrsekretärin in Mömbris einzurichten bzw. anzumieten, ist unzureichend, weil alleine arbeiten schwierig ist, die Zusammenarbeit mit pastoralem Personal und mit dem Verwaltungsleiter erschwert ist. Darüber hinaus gibt es immer wieder Menschen mit diffusen Anliegen im Pfarrbüro, Situationen, in denen ein Tür-und-Angel-Gespräch mit einem pastoralen Mitarbeiter hilfreich ist bzw. nur von diesen bestimmte Entscheidungen getroffen werden können.
  • Es braucht eine (Pfarrhaus)nahe kompakte Zwischenlösung in Mömbris
  • Keine weitere Zersplitterung der Präsenz von Pfarrsekretärinnen und pastoralen Mitarbeitern.
  • Zusatzkosten (Kaltmiete) für die Anmietung von Räumen als Zwischenlösung werden gemäß Versprechen der Finanzkammer von der Diözese getragen. Es handelt sich dabei um Kirchensteuermittel, mit denen verantwortungsbewusst umgegangen werden soll, aber die finanzielle Last liegt nicht bei den örtlichen Kirchenverwaltungen.
  • Räumlich und technisch ist das Pfarrzentrum Schimborn überaus geeignet.
  • Warum soll Geld an Dritte gezahlt werden, wenn kirchliche Räume Platz bieten?
  • Grundsätzlich muss angefragt werden, ob in digital geprägten Zeiten und zurückgehender Kirchlichkeit Menschen noch ein Pfarrbüro brauchen.

Zusammenfassung und Auswertung: Die Argumente schienen für alle Anwesenden nachvollziehbar zu sein. Unterschiedlich war die Gewichtung. Die übergroße Mehrheit gewichtete die pastoralen Argumente (Präsenz und Erreichbarkeit), die sich aus der Bedeutung des Ortszentrums Mömbris ergeben, höher als das Kostenargument. Dabei wurde nicht nur die niedrigschwellige Erreichbarkeit des Pfarrbüros, sondern auch eines pastoralen Mitarbeiters/einer pastoralen Mitarbeiterin als wichtig angesehen, sowie die Sicherstellung einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Pfarrbüro und Pastoral. So plädierten die Mitglieder der verschiedenen Gremien (bis auf drei) für die dritte Lösung. Weiteres Vorgehen: Aufgrund des Gehörten werden die Verantwortlichen vor Ort (leitender Pfarrer, Kirchenverwaltung, Verwaltungsleiter) im Benehmen mit den Verantwortlichen der Diözese eine Zwischenlösung für das Pfarrbüro in Mömbris anstreben, die in der Anmietung von geeigneten Räumen im Ortszentrum besteht.

Pastoralreferentin Stefanie Krömker

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