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Hier ist eine Liste von Fragen, die sich vielleicht der eine oder andere von Ihnen gestellt hat.

Die Antworten hat Pastoralreferentin Stefanie Krömker erstellt.

1. Ist das Seelsorgeteam erreichbar?

Ja! Wir sind im Dienst und über die üblichen Telefonnummern/Mailadressen erreichbar. Sie können gerne anrufen, wenn Sie einfach das Bedürfnis haben, mit uns zu sprechen.

Auch das Seelsorgehandy unter 0160-91742089, bei dem Menschen jederzeit anrufen können, ist geschaltet.

 

2. Sind Hausbesuche möglich?

Wenn ein Seelsorgsgespräch nicht telefonisch geführt werden kann, wenn es um ein Trauergespräch, einen Sterbesegen, eine Krankensalbung o.ä. geht, kommen wir unter Einhaltung der Hygieneregeln zu Ihnen nach Hause.

 

3. Was tun wir am Sonntag?

Um 10.30 Uhr läuten die Glocken und alle sind eingeladen miteinander und füreinander ein Vater unser zu beten.

Auf unserer Homepage finden Sie einen Impuls für den Sonntag von einem Mitglied des Seelsorgeteams und Hinweise zu geistlichen Angeboten, die digital verfügbar sind.

Was die Übertragung des Gottesdienstes angeht: Mir ist es tröstlich zu wissen, dass für die Menschen in den Pfarreiengemeinschaften eine Messe von Pfarrvikar Vlad und Abbé Matthieu nicht-öffentlich gefeiert wird. Diese geistliche Gemeinschaft ist wichtig und lebendig.

(Eine digitale Konserve ist demgegenüber m.E. trostlos und tot. - Nutzen Sie besser die Live-Übertragung von Gottesdiensten im Fernsehen oder Radio.)

 

4. Gibt es sonst noch Zeichen der Gemeinschaft, auch wenn wir einander nicht sehen?

 Die Kirchenglocken läuten weiterhin um 6, 12 und 18 Uhr täglich zum Gebet.

Schön, wenn Sie insbesondere um 18 Uhr für die Menschen beten, die von der Pandemie besonders betroffen sind

- weil sie erkrankt sind oder um liebe Menschen bangen

- weil sie um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten

- weil sie sich einsam fühlen

- weil ihr Familienleben eine besondere Belastung erfährt

Es gibt einige Aufrufe, um 18 oder 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen als Zeichen, dass man an andere denkt und für sie betet. Wenn Sie das auch tun möchten, vergessen Sie natürlich den Brandschutz nicht.

Dass Sie sich in den nächsten Tagen und Wochen telefonisch oder per Post bei Nachbarn, Freunden oder auch entfernten Verwandten melden (gerade wenn diese allein leben) und auch wenn Sie schon länger keinen Kontakt hatten, ist naheliegend und wichtig.

An die BewohnerInnen des Pflegeheims in Mömbris habe ich diese Woche einen Brief im Namen der Pfarreiengemeinschaft geschrieben.

 

5. Der Papst hat gesagt, die Seelsorger sollen den Gläubigen die Kommunion bringen. Macht Ihr das?

Wir machen das in besonderen Lebenslagen.

Wir werden aber im Sinne einer Risikominimierung nicht in viele Haushalte gehen, auch nicht zu denen, die normalerweise die Krankenkommunion bekommen. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Ansteckungsrisiko für uns, sondern wir möchten möglichst nicht zu einer Gefahr für andere werden.

Wir sind der Ansicht, dass wir die jetzige Situation auch im Hinblick auf den Kommunionempfang gemeinsam tragen sollten.

 

6. „Ich vertraue auf den Herrgott und halte mich nicht an die angeratenen Maßnahmen.“

Warum die Maßnahmen zum Schutz der Allgemeinheit und zur Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems vernünftig die Erkenntnisse der Wissenschaftler umsetzen, begründe ich hier nicht, weil ich dazu keine besonderen Kompetenzen habe.

Mir geht es um den Herrgott, der uns glücklicherweise unseren Verstand gegeben hat und uns auffordert, diesen auch zu benutzen. Es kostet sicherlich Überwindung, Gewohnheiten auch nur vorübergehend aufzugeben. Vor allem ist es älteren Menschen schwer (und „älter“ beginnt hier schon bei 60-65 Jahren!), nicht mehr selbständig einkaufen zu gehen. Andere darum zu bitten, ist ein Zeichen von Nächstenliebe. Überwinden Sie sich!

Und wenn Sie sich unvernünftig verhalten wollen, verweisen Sie bitte nicht auf Ihr Gottvertrauen! Ja, wir sind in Gottes Hand; als Christen verlassen wir uns auf ihn im Leben und im Tod. Deshalb tun wir besonnen und zuversichtlich, was an uns liegt, im Bewusstsein, dass wir nicht alles in der Hand haben. Wir stellen aber Gott nicht auf die Probe oder gefährden andere.

 

7. Ich habe niemanden, der für mich einkaufen gehen könnte. Was soll ich machen?

Die "Nachbarschaftshilfe im Markt Mömbris" organisiert einen ehrenamtlichen Einkaufsdienst auch in der Zeit der Corona-Krise. Ältere Menschen in allen Ortsteilen, die keine Bekannten, Familienangehörigen oder Nachbarn haben, die für sie einkaufen können, melden sich bitte unter 0160-7092206 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Alle, die bereit sind in den nächsten Wochen für Menschen mit besonderem Risiko eines schweren Verlaufs von Covid-19 einzukaufen, mögen sich ebenfalls dort melden.

Alle anderen Dienste der Nachbarschaftshilfe wie Besuche, Fahrdienste, Kinderbetreuung und Begleitung sind zur Sicherheit der Mitarbeitenden wie der Unterstützten bis auf Weiteres ausgesetzt.

In den Gemeinden im oberen Kahlgrund gibt es die Nachbarschaftshilfe „Miteinander füreinander“ bzw. werden zur Zeit Einkaufsdienste aufgebaut. Kontakttelefonnummern erfahren Sie dort auf der Gemeinde.

 

8. „Die Pandemie ist eine Strafe Gottes für die Sünden der Menschen und wir sollten Buße tun“, stimmt das?

Das habe ich tatsächlich sowohl von Priestern (nicht Pfarrvikar Vlad und Abbé Matthieu!) gehört als auch im Internet gelesen. Dazu zwei Dinge:

Dass Viren von Tieren auf den Menschen übergehen, ist ein Naturphänomen, leider ein für uns Menschen unter Umständen lebensgefährliches.

Es wird uns immer ein Rätsel bleiben, warum es Krankheit, Leid und Dunkel auf dieser Welt gibt. Christen glauben trotzdem an die Güte und Macht Gottes, weil er uns in Jesus Christus seine unbedingte Liebe gezeigt hat und in seinem Sohn das Elend dieser Welt selbst auf sich genommen hat.

Um Umkehr und Buße bemühen wir uns in bestimmten Zeiten, damit diese Botschaft von unserer Erlösung und der Überwindung des Todes durch die Auferstehung Jesu mehr Raum in uns gewinnt und unser Leben prägt.

Die Idee, dass wir durch Buße Gott dazu bewegen, Krankheit von uns wegzunehmen, erinnert an Magie. Die Idee eines strafenden Gottes verrät Freude an Sadismus. Hören Sie nicht auf so etwas!

 

9. Wenn Gott in unserem Leben wirkt, wie tut er es dann in der Pandemie?

Das ist eine gute Frage. Und weil es eine gute Frage ist, ist sie auch nicht platt und einfach zu beantworten. Es ist nicht anders als bei allen Erfahrungen unseres alltäglichen Lebens: 

Wir können einen Schritt zurücktreten und uns überlegen, was Gott uns damit sagen will. Vielleicht entdeckt die eine, wie wichtig ihr bestimmte Menschen sind, die sie jetzt nicht sehen kann. Sie stellt vielleicht fest, dass es weichere Seiten in ihr gibt, denen sie sich bis dahin weniger bewusst war.

Jemand anderes stellt vielleicht fest, dass er viel wirksamer ist und mehr Verantwortung hat, als ihm bisher deutlich ist.

Das alles darf ich auch auf Gott hin deuten und mich fragen, wie ich angesichts dessen in Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen darf.

Andere werden existentiell erschüttert, weil Ihre finanzielle Lage plötzlich ausweglos erscheint oder Sie sich mit dem Tod auseinander setzen müssen. Auf ihrem Lebensweg werden sie sich dann vielleicht die Frage nach dem Vertrauen in Gott anders stellen und - womöglich - nach einiger Zeit tiefer verstehen, was Glaube bedeutet und welche Kraft er sein kann.

 

Ich grüße Sie von Herzen!

 

Stefanie Krömker, Pastoralreferentin

 

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